MilitärOperationen

Operation Salzhaff – Die verbotene Halbinsel

Es ist 2.30 Uhr als wir im Schutze der Dunkelheit unseren vorläufigen Zielpunkt erreichen. Die Luft riecht angenehm salzig und nur das Klacken der Zentralverriegelung sticht aus dem Meeresrauschen hervor.

800 Meter von uns entfernt liegt das Ziel unseres nächtlichen Ausflugs: Ein ehemaliges militärisches Übungsgelände. Seit zig Jahren verlassen und großflächig belastet durch Munition jeglicher Art. Wir sollten eigentlich nicht hier sein.

Der landseitige Zutritt auf das heutige Sperrgebiet wird durch Zäune, Stacheldraht und Verbotsschilder verhindert. Das schwere Eingangstor wird kameraüberwacht. Wenige Meter dahinter ist der Wachschutz stationiert, dessen Daseinsberechtigung gerade dabei ist, ein letztes mal die Ausrüstung auf Vollständigkeit zu überprüfen.

Angetrieben durch Neugier und dem Wunsch nach neuen Motiven gelingt uns dennoch der Zutritt auf das riesige Areal. Wir hören Hundegebell. Was würde Bud Spencer jetzt tun? Wir haben keine Zeit! Es fängt an zu regnen und wir müssen schnell ein Lager finden in dem wir sicher sind. Das erste Lager ist schnell gefunden, leider hat sich dort lange vor uns eine Randgruppe grüngekleideter Waldburschen niedergelassen, die über unseren Besuch ebenso wenig erfreut sein dürften wie die Person, die verhindern sollte dass wir überhaupt hier sind. Wieder Hundegebell, diesmal deutlich dichter.

Wir schalten elegant in den Rückwärtsgang und harren in einer halb eingestürzten Lagerhalle aus, bis sich der Regen gelegt hat. Nach einer schnellen Aufklärung des südlichen Gebiets konnte dann ein lauschiges Plätzchen ausgemacht werden, um unsere Ausrüstung zu deponieren und einen Schlafplatz einzurichten.

Nach einer kurzen Nacht auf dem kalten Fußboden einer Soldatenunterkunft, gibt es eine kleine Stärkung vom Gaskocher, bevor wir den Mittelteil des Geländes erkunden. Die ständige Angst entdeckt zu werden, sorgt für ein übervorsichtiges Vorgehen. Unter nahezu lautloser Kommunikation kommt jede Lotte seiner taktischen Aufgabe nach. Man versteht sich wie blind und sieht Feindkontakte lange bevor sie einen entdecken könnten.

“Ein Wachschutz ist nur so gut, wie die Chance die man ihm gibt.”

Wir entdecken einige interessante Gebäude, unterirdische Schutzräume und idyllische Orte in Ufernähe.

 

Die Messlatte für extravagante Motive hängt hoch, wodurch es schwierig geworden ist, seinen eigenen Anspruch gerecht zu werden. Die Zeiten in denen eine eingestürzte Bauernkate in Dithmarschen uns schwitzige Hände bereitet sind längst vorbei. So fällt die fotografische Ausbeute erschreckend gering aus. Viel unerkundetes Terrain und ein gut gepflegter Terminkalender lassen allerdings einen baldigen “re-visit” versprechen.

Nach einem solch anstrengenden Tag liessen wir es uns natürlich nicht nehmen, uns in der Hall-of-Fame zu verewigen und grüßen besonders das Underwater Camping Team und die Boys von Grauzone Nord.

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